Im Norden von Lanzarote, nahe der Ostküste, bei Guatiza und Mala, stehen riesige Kaktusfelder. Dort wächst der Feigenkaktus oder Opuntie, dessen Früchte durchaus lecker sind und gelegentlich auch zum Verkauf angeboten werden.
Doch der eigentliche Grund, hektarweise Opuntien zu kultivieren ist die Läusezucht. Die, wie der Kaktus aus Mexiko stammende Cochenille-Laus, eine Art Schildlaus, die auf der Opuntie schmarotzt, ist keine gemeine Laus. Sie liefert den roten Farbstoff der Karminsäure, der vor der Entwicklung der Anilinfarben hoch begehrt war.
Stimmen Wetter und Klima, können bis zu fünf Generationen pro Jahr gezüchtet werden. Alle zwei bis drei Monate wird dann geerntet. In optimalen Fällen können jährlich pro Hektar Land 300 bis 400 Kilogramm Läuse geerntet werden.
Die Larven der Cochenille-Laus werden von den Opuntien abgestreift, mit heißem Wasser getötet, in der Sonne getrocknet und dann zu Pulver zermahlen.
Der natürliche Farbstoff ist völlig ungiftig und findet außer im Lippenstift und anderen Kosmetika auch zur Färbung von Limonaden, Süßwaren und Aperitifs Verwendung.
Salz, einst kostbarer als Gold, hat auch auf Lanzarote an Bedeutung verloren.
Seit der Fischfang zurückgeht und die meisten Fischer ihren Fang auf See nicht mehr mit Salz, sondern in Kühlräumen konservieren, sind die Salinen unwirtschaftlich geworden.
Im Westen von Yaiza, vor Janubio, liegen die letzten großen Salinen, die bis vor einigen Jahren noch betrieben wurden.
Inzwischen wird Salz hier nur noch in sehr geringen Mengen für den Eigenbedarf der Insel gewonnen.
Janubio ist eine natürliche Lagune, aus der man das Meerwasser in die angefertigten, höher gelegenen Becken, den »concederos madres«, pumpte.
Hier blieb das langsam verdunstende Salzwasser zwei bis vier Wochen, je nach Sonnenintensität, bis man es in tiefer liegende, kleinere »concederos« leitete. Dort verblieb es etwa weitere sieben Tage, bis der Salzgehalt auf 22° gestiegen ist.
Nun ließ man es in die eigentlichen Salinen fließen. Salinen sind kleine, in viele Rechtecke geteilte Becken, ungefähr zwei Quadratmeter groß. Dort wurde die Salzgewinnung beendet.
Wenn die klebrige Masse zu Salz kristallisiert war, wurde es von Salinenarbeitern zum endgültigen Trocknen zusammengerecht und zu kleinen Hügeln angehäuft.